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Entwicklung von Fanfictionland
Immer mehr Mails erreichen uns, anscheinend haben die Leute endlich die Kontaktfunktion
von Fanfictionland bemerkt und verwenden sie sogar auch, um ihren Frust Ausdruck
zu verleihen.
Wie schön, denkt man sich als Admin, doch wenn man die meisten der Mails
liest, ereilt einen die große Unlust, sie überhaupt zu beantworten.
Dieser Text ist der Versuch, den Neugierigen unter euch klar zu machen, wieso
Fanfictionland so geworden ist, wie es geworden ist.
Dazu zunächst ein wenig zur Geschichte von Fanfictionland: Die Wenigsten
sind sicher von Anfang an dabei und haben alle Stadien miterlebt, die Fanfictionland
durchgemacht hat.
Fanfictionland ist eine Summe aus der Addition zweier Fanfiction-Seiten, nämlich
Ninianes Icicle of Fantasy und Francis' Fanfictionland, auf welchem im Wesentlichen
die Geschichten von beiden Administratorinnen und ihren Internetbekanntschaften
zu finden waren.
Beide Archive beruhten damals auf purer Handarbeit, die Geschichten wurden manuell
hochgeladen und die Homepagebesitzer entschieden, wer in das Archiv kam oder
nicht.
Da es Unsinn ist, zwei getrennte Archive zu führen, wurden die Archive unter
dem Namen "Fanfictionland" zusammengelegt.
Bei der ersten Version wurden die Geschichten ebenfalls von den Administratorinnen
hochgeladen, eine Reviewfunktion gab es später in der Form eines Forums,
in dem zu jeder neuen Geschichte ein Beitrag von den Admins erstellt wurde.
Die zweite Version von Fanfictionland wurde dann mit dem eFiction-Script verwirklicht
und erstmals konnten die Autoren sich selbstständig anmelden und ihre Geschichten
hochladen. Damit war der erste Schritt zu einer weitgehend interaktiven Community
geschaffen.
Nachdem beide Administratorinnen sich mit PHP zu beschäftigen begannen,
wurde bald der Entschluss gefasst, dass für Fanfictionland ein eigenes
Script (Version 3) geschrieben werden sollte, was auch relativ bald geschah
und wir schafften es sogar, alle Geschichten und Autoren zu transferieren.
Mittlerweile sind wir bei Version 3.1. von Fanfictionland und genau das ist
die Version, welche die meisten so "schlecht" finden. Aber wieso es
so geworden ist, liegt nicht bei uns…
Mit dem Umstieg auf ein Script, welches es dem Mitglied erlaubt, seine Geschichten
eigenhändig hoch zu laden, ging ein Abfall des Niveaus einher, den wir
vor allem in den letzten Monaten erschreckend fanden.
Um es einmal böse auszudrücken: Jeder Depp konnte seine Geschichte
hoch laden, egal vor wie vielen Rechtschreib- oder Grammatikfehlern sie strotzte.
Wir fanden es immer wieder erstaunlich, dass sich Autoren zu Wortneukreationen
wie "Ravenklor" oder "McGonagal" hinreißen ließen,
eigentlich ist es ja nicht so schwer, ein Harry-Potter-Buch aufzuschlagen und
nachzusehen, wie die Leute oder Häuser nun richtig heißen.
Aber das ist anscheinend bereits zu viel verlangt.
Auch inhaltlich ließ das Niveau der Geschichten nach.
Da Fanfictionland damals eines der wenigen Archive war, in dem NC17 erlaubt
war, häuften sich die NC17-Geschichten. Diese Geschichten waren zum Teil
so banal und schlecht geschrieben, dass sich einem die Nackenhaare sträubten.
Diese Banalität beschränkte sich nicht nur auf NC17, sondern erstreckte
sich bald auf alle Ratings und Genres.
Des Weiteren ging ein weiterer Wesenszug von Fanfictionland verloren, was wir
als Admins besonders schade finden: Die Gemeinschaft.
Als Fanfictionland damals noch manuell gesteuert wurde, mussten die Autoren
sich mit den Admins beschäftigen, das heißt, ihre Geschichte wurde
von eben diesen Leuten, die mittlerweile den meisten Besuchern von Fanfictionland
verhasst sind, auf die Seite gebracht. Nur wenige machten das damals - es ist
ja zu viel verlangt, sich mit anderen Leuten zu beschäftigen. Das Einzige,
was scheinbar jetzt zählt, sind Reads und Reviews, Gemeinschaft und neue
Freundschaften schließen ist offenbar out.
Dazu ein Zitat aus einer Email, die diesen Eindruck unterstreicht und bei den
Admins für eine gewisse Belustigung gesorgt hat:
"Keiner schreibt mehr Reviews, ständig die gleichen Empfehlungen und
jetzt auch noch diese Selektivität bei der Anmeldung."
Seht diese Anschuldigung als persönliche Beschuldigung - und der Verfasser
dieser Email hat übrigens sechs von 3130 Reviews
geschrieben, was einen Prozentsatz von ca. 0,19% ausmacht. Gratulation,
dass man von anderen etwas verlangen will, was man selbst nicht einreicht!
Recherchen in der Datenbank haben übrigens ergeben, dass die Autoren, die
am aktivsten sich auf Fanfictionland beteiligten, die meisten Reviews erhalten
haben.
Auch Autoren, die vornehmlich gut schreiben, vom Empfehlungsteam diskutiert
worden sind ODER es sogar in die Empfehlungen schafften, haben viele Reviews
erhalten.
Einige Ausnahmen bestätigen die Regel, aber dieser Fakt ist nicht bestreitbar.
Uns als Administratorinnen einer Fanfictionseite stellte sich damals die Frage,
welchen Sinn und Zweck eine solche Seite eigentlich hat:
Wir wollten damals eine Seite schaffen, auf der Leute mit den gleichen Interessen
die Möglichkeit haben, sich auszutauschen, sich fortzubilden und eine Gemeinschaft
zu bilden.
www.fanfictionland.com
Hat sich nie einer gefragt, wieso Fanfictionland eine kommerzielle Endung hat?
In unserem Sinne steht das .com nicht für company, sondern für community.
Schade, dass sich keiner darüber Gedanken machte und es erkannte.
Aber was wir geschaffen haben, unterschied sich so stark davon, dass zumindest
einer von uns keine Lust mehr hat, eine solche Seite zu führen.
Fanfictionland ist zu einer Ablage von Geschichten geworden, von der sich die
Autoren nichts als Reviews erhoffen.
Die zusätzlichen Features wie das Forum, die Usergästebücher,
die Tipp-Ecke oder der Chat wurden kaum genutzt - die meisten Mitglieder waren
nur online, um ihre Geschichten hoch zu laden oder um ihre neusten Reviews (falls
sie welche erhalten haben, die 3130 Reviews scheint ja scheinbar keiner bekommen
zu haben!) zu lesen.
Manche User waren sogar so intelligent, um zu bemerken, dass die Reviewzahl
nicht ausschlaggebend für die Frequentierung einer Geschichte war. Diese
User verließen sich dann auf die Anzahl der Reads und waren zugegebenermaßen
stolz, wenn sie "über Tausend Klicks" hatten.
Mit dem Neudesign der Seite sahen sie allerdings ihre Leser enttäuscht
und fanden das "hart".
"Ich hatte zwar wenig reviews auf meine Geschichte, aber über
Tausend Klicks und die ganzen Leser zu enttäuschen, das ist hart."
Das Durchgreifen der Admins im Bezug auf Fanfictionlands Zukunft ist in einer
gewissen Weise als hart zu sehen, doch es ist uns ein Rätsel, wieso die
verprellten Autoren und Leser nur ihre "Nachteile" von wegen Leseprobe
einreichen sehen.
Die Prüfung durch den Ausschuss ist nicht hart und beschränkt sich
meistens auf Rechtschreibung, Grammatik, Stil, Lesbarkeit und Wortwahl. Die
meisten Autoren schaffen mit einer vernünftigen Textstelle den Sprung nach
Fanfictionland.
"Sechs sich zu Götter erhobenen Jurymitglieder entscheiden, ob der Nachwuchsautor
seiner Zukunft entgegen gehen darf. Ich will ehrlich sein, dass ist nicht wirklich
ein toller Weg, um neue Autoren zu ernten. Jeder fängt mal klein an und braucht
Übung und das Feedback eines Publikums. Diese Chance nimmt diese Seite ja
direkt, da sie sich zu einen elitären Story-Archiv mausern will."
Diese Prüfung hat absolut nichts mit einem "elitären Story-Archiv"
zu tun, sondern beruht einzig und allein auf den Qualitätsabfall der veröffentlichten
Stories.
Für einen Menschen, der einigermaßen klar im Kopf ist, sollte es
nicht allzu schwierig sein, eine Leseprobe vor dem Abschicken noch einmal zu
korrigieren oder sie gegebenenfalls einem Betaleser vorzulegen.
Im Übrigen sollte man auch bedenken, dass Feedback nicht gleich Feedback
ist.
Wenn man sich als Autor bereits auf einem gewissen literarischen Niveau sieht,
bringen nichtssagende Reviews wie "Super Wann geht es weiter?!" einen
Autoren nicht weiter, das heißt, für die schriftstellerische Entwicklung
und Verbesserung des eigenen Schreibens ist ein solcher Kommentar undienlich.
Das zeigt einzig und alleine, dass die Geschichte gelesen wurde und das dient
nicht der Weiterentwicklung als Autor, sondern der Weiterentwicklung des eigenen
Egos.
Als rational denkender Autor sollte man auch in der Lage sein, diese Prüfung
nicht als Kritik zu sehen, sondern als Chance.
"Die Mail (s.u.) empfinde ich persönlich als Frechheit, da sie
sehr nach Standardmail aussieht und ich mir nicht vorwerfen lassen muss, dass
meine Leseprobe fehlerbehaftet und schlecht formatiert ist."
Dass wir uns diese Frechheit erlaubt haben, den (übrigens angenommenen)
Autor eine RÜCKMELDUNG zu seiner Leseprobe zu schicken, tut uns im Nachhinein
weh, doch was an der Bemerkung "Es fehlen einige Absätze" ein
Vorwurf sein soll, ist uns ein Rätsel. Es ist nun mal nicht korrekt, wenn
Passagen einzelner Leute durchgehend geschrieben werden.
"Hallo Snape", begrüßte Malfoy den dunkelhaarigen Mann
und schenkte ihm einen abschätzigen Blick. "Ich wusste gar nicht, dass
du heute Abend hier bist." Snape kräuselte die Stirn und bedachte Dracos
Vater mit einem zynischen Grinsen. "Das wusste ich auch nicht, aber deine
Frau hat mich zu einem gemütlichen Stelldichein eingeladen."
Kein Buch der Welt würde so gedruckt werden, zumindest kein Buch, was
wir daheim haben.
Die wesentlichen Unterschiede von Version 3.1 zu Version 3.0 bestehen darin,
dass wir nun zwischen Lesern und Autoren unterscheiden und letztere eine kleine
„Aufnahmeprüfung“ ablegen müssen.
"übrigens find ich die seite total übel im vergleich zu früher..."
Das ist Ansichtssache, wir fanden den Schreibstil übel - wir zwingen niemanden,
die Seite zu besuchen, bei manchen kann man eigentlich auch nur froh sein.
„Eine Metamorphose, die ich gänzlich unangebracht finde. (...),
aber generell wüsste ich gerne, wofür das Neudesign gut war.“
Diese Website ist skinfähig – wieso meckern immer so viele über
irgendwelche Designs, möchten aber nie eines selbst einreichen?
Der nächste große Kriegsrat des Teams folgte, als einige User sich
im Forum tummelten. Eine angeregte Diskussion im Forum? Endlich!? Nein, teilweise
entstand dabei ziemlich unangemessene Kritik.
„eben war ich noch voll zufrieden, aber jetzt geht das weiter... !
ich habe früher die erfahrung gemacht, als ffl noch blau und knuddelig war,
dass alles hier sehr familier und fair abläuft.“
Ja, die Zeiten, als FFL noch „blau und knuddelig“ war – für
uns ist das die Zeit ganz am Anfang – haben sich die Admins auch schon
sehr oft zurückgewünscht, denn zu dieser Zeit musste man sich noch
irgendwie miteinander beschäftigen, kam nicht nur online, um neue Reviews
zu ergattern oder ähnliches. Damals musste man sich noch an uns wenden
und wir entschieden, ob die eingesendeten Geschichten von uns hochgeladen wurden
oder nicht. Wie oft haben wir uns gefragt, warum eine große Community
und nicht bloß eine kleine Seite mit ausgewählten Geschichten, deren
Autoren wir gut kennen?
Eben genau dieser Gau hat schlussendlich zu den neuesten Veränderungen
auf Fanfictionland.com geführt – dem Ausstieg der Gründerin
und früheren Headmistress dieser Seite. Bestimmte Dinge wird es in Communities
immer geben und dazu gehört wohl, dass User und Team sich nicht immer einig
sind, denn sie leben sozusagen in verschiedenen Welten. Eigentlich hegte Francis
schon lange den Wunsch FFL komplett zu löschen, was die Mitgründerin
allerdings immer zu verhindern suchte. Letztendlich endete es damit, dass diese
die Seite übernahm und von beiden Seiten die Übernahme der Domain
eingeleitet wurde.
Es ist nicht meine Absicht mit meinem Finger auf irgendeinen User zu zeigen
und zu sagen: „DU bist SCHULD!“ Es ist eben nur eindeutig, dass
eben diese Sache nicht unwesentlich zu all’ dem beigetragen hat. Wir müssen
mit der Situation genauso leben wie ihr.
Fanfictionland ist nicht mehr klein, blau und knuddelig, es kann auch nicht
mehr alles so familiär sein in einer Community mit mehr als hundert Usern.
Dennoch haben wir einen Wunsch: Vielleicht keine Familie, aber doch eine Gemeinschaft
zu erreichen. Auf diese Weise könnte nicht nur die Anzahl, der bei uns
veröffentlichten Geschichten, sondern auch das Engagement bezüglich
der Fiction Aid wachsen. Es gibt ein Forum, es gibt das PM-System, es gibt
Usergästebücher, es gibt die Beta-Börse und es gibt auch
einen Chat. Alle diese Dinge dienen zur Kommunikation und wenn es etwas
gibt, was wir uns wünschen, dann ist es, dass diese Mittel auch genutzt
werden.
Euch wird nicht immer gefallen, was das Team tut – im Gegenzug dazu wird
uns auch nicht immer alles gefallen, was ihr tut. Allerdings gibt es auf Fanfictionland
Regeln und es gibt auch eine anerkannte Nettiquette. Wir sind nicht dazu da,
auf euch herunterzusehen, wir wollen Fanfictionland zu dem machen, was wir uns
wünschen, zu diesem kleinen Traum, den man hat, bevor man ein Projekt beginnt.
Zumindest ich habe noch diesen Traum.
(Der Großteil dieses Textes wurde von
verfasst, der Schlussteil
stammt allerdings von
.)
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